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RKEG: Hält euer physischer Schutz einem echten Versuch stand?

Seit 1. März 2026 gilt das Resilienz kritischer Einrichtungen-Gesetz. Zehn Monate nach dem Einstufungsbescheid müssen eure Resilienzmaßnahmen stehen. Ein Physical Pentest zeigt vorher, ob Zaun, Zutritt und Personal halten.

  • BGBl. I Nr. 60/2025
  • In Kraft seit 01.03.2026
  • Bericht mit Zuordnung zu § 15 Abs. 2

Vier Zonen, ein Weg nach innen

§ 15 Abs. 2 Z 2 RKEG verlangt angemessenen physischen Schutz, die Erläuterungen nennen Zäune, Absperrungen, Überwachung, Detektion und Zugangskontrollen. Wir gehen den Weg eines Täters, Zone für Zone.

1

Gelände und Perimeter

§ 15 Abs. 2 Z 2

Zaun, Tor, Beleuchtung, Detektion: Wo kommt jemand ungesehen aufs Gelände, und schlägt die Überwachung an?

2

Gebäudehülle

§ 15 Abs. 2 Z 2

Nebeneingänge, Lieferzone, Fluchttüren, Fenster im Erdgeschoß: Welche Tür gibt nach, ohne dass etwas beschädigt wird?

3

Empfang und Personal

§ 15 Abs. 2 Z 5 und 6

Als Techniker, Lieferant oder neue Kollegin: Fragt jemand nach dem Ausweis, fällt das Hinterhergehen auf?

4

Kritischer Kern

§ 15 Abs. 2 Z 2 und 3

Leitwarte, Schaltanlage, Serverraum. Kommen wir bis hierher, und wie lange dauert es, bis jemand reagiert?

„Bauliche Schutzmaßnahmen sollen auf praktische Wirksamkeit geprüft werden.“ Leitfäden kritische Einrichtungen zu § 15 Abs. 2 RKEG, veröffentlicht von der DSN, Juni 2026, S. 33

Die Uhr läuft ab dem Bescheid

  1. BescheidDas BMI stuft euch als kritisch ein (§ 11).
  2. + 4 WochenKontaktstelle und Ansprechperson benennen (§ 11 Abs. 5).
  3. + 9 MonateErste Risikoanalyse, dann spätestens alle vier Jahre (§ 14).
  4. Euer TestfensterDer Physical Pentest prüft die Maßnahmen vor dem Plan.
  5. + 10 MonateMaßnahmen und Resilienzplan stehen, Meldepflicht 24 h (§§ 15, 17).
Aufsicht

Das BMI kann Risikoanalyse, Plan und Nachweise verlangen, angekündigt vor Ort kontrollieren und ein Audit anordnen (§ 20).

Strafen

Bis 50.000 €, wiederholt 100.000 €, etwa bei verspäteter Risikoanalyse. Bis 500.000 € bei Meldeverstoß oder missachtetem Mängelbescheid (§ 23).

Euer Beleg

Der Testbericht belegt mit Fotos und Zeitstempeln, dass ihr eure Maßnahmen geprüft habt, Befund für Befund nach § 15 Abs. 2.

Wir testen und dokumentieren. Risikoanalyse und Resilienzplan bleiben eure Sache, Rechtsberatung bieten wir nicht an.

Die sechs Resilienzmaßnahmen aus § 15 Abs. 2 und was ein Test davon zeigt

Eine Testmethode schreibt das RKEG nicht vor. Die Erläuterungen verlangen aber, Maßnahmen und Resilienzplan regelmäßig auf Schwachstellen zu prüfen.

  • Z 1

    Sicherheitsvorfälle verhindern

    Samt Katastrophenvorsorge und Klimawandel. Wir prüfen den Teil, der Vorsatz betrifft: Kommt ein Täter überhaupt so weit?

    Test zeigt den Vorsatz-Teil
  • Z 2

    Physischen Schutz gewährleisten

    Zäune, Absperrungen, Überwachung, Detektion, Zugangskontrollen. Das ist der Kern eines Physical Pentests.

    Test belegt direkt
  • Z 3

    Vorfälle abwehren und bewältigen

    Krisenmanagement und Notfallpläne. Wir protokollieren, ob und wann jemand den Eindringling bemerkt und meldet.

    Test misst die Reaktion
  • Z 4

    Dienst fortsetzen oder wiederaufnehmen

    Wiederanlauf und alternative Lieferketten sind kein Gegenstand eines Pentests. Unsere Befunde fließen in eure Planung ein.

    außerhalb unseres Umfangs
  • Z 5

    Personelle Sicherheit

    Auch für externe Dienstleister, mit Zugangsberechtigungen. Wir prüfen, ob ein falscher Dienstleister ohne Berechtigung durchkommt.

    Test belegt direkt
  • Z 6

    Personal sensibilisieren

    Schulung des Personals in kritischen Funktionen. Social-Engineering-Szenarien zeigen, ob sie wirkt.

    Test misst die Wirkung

Wer betroffen ist

Nur wer per Bescheid als kritische Einrichtung eingestuft ist: im Inland tätig, mit kritischer Infrastruktur im Inland und einem wesentlichen Dienst, bei dem ein Sicherheitsvorfall eintreten kann. Die Schwellenwerte je Sektor legt die RKEV fest (BGBl. II Nr. 91/2026).

Elf Sektoren laut Anhang der CER-Richtlinie. Für die drei gestrichelten gelten Risikoanalyse, Resilienzmaßnahmen und Meldepflicht des RKEG nicht (§ 18 Abs. 3), dort bleibt das NISG 2026.

  • Energie
  • Verkehr
  • Bankwesen
  • Finanzmarktinfrastruktur
  • Gesundheit
  • Trinkwasser
  • Abwasser
  • Digitale Infrastruktur
  • Öffentliche Verwaltung
  • Weltraum
  • Lebensmittel: Produktion, Verarbeitung, Vertrieb

Wenn das Innenministerium nachsieht

Auf Verlangen

Unterlagen vorlegen

Risikoanalyse, Resilienzplan und sonstige Nachweise, binnen angemessener Frist (§ 20 Abs. 1).

Bei Zweifeln

Audit

Reichen die Nachweise nicht für eine Beurteilung, kann das BMI ein Audit durch einen zugelassenen Resilienzauditor verlangen (§§ 20, 21).

Nach Ankündigung

Vor-Ort-Kontrolle

Das BMI darf Infrastruktur und Räumlichkeiten vor Ort kontrollieren. Ihr wirkt mit und stellt fachkundiges Personal bei (§ 20 Abs. 3).

Ein Physical Pentest ist die Generalprobe dafür: Was wir finden, behebt ihr, bevor eine Kontrolle daraus einen Mängelbescheid macht.

Häufige Fragen

Schreibt das RKEG einen Penetrationstest vor?

Nein, keine bestimmte Methode. Die Erläuterungen verlangen aber eine Prüfung auf Schwachstellen, und die DSN-Leitfäden empfehlen, bauliche Schutzmaßnahmen auf praktische Wirksamkeit zu prüfen.

Noch kein Bescheid: Lohnt sich der Test schon?

Ja, wenn ihr mit einer Einstufung rechnet. Ab dem Bescheid bleiben zehn Monate für Maßnahmen und Plan. Wer die Schwachstellen vorher kennt, plant gleich die richtigen Maßnahmen.

Gilt für uns zusätzlich das NISG 2026?

Ja. Kritische Einrichtungen gelten nach § 24 Abs. 1 Z 1 lit. f NISG 2026 größenunabhängig als wesentliche Einrichtungen. Auf Wunsch testen wir Gelände und Netz in einem Auftrag.

Ist das legal und sicher für den Betrieb?

Ja. Grundlage ist eine schriftliche Testautorisierung mit Notfallkontakt. Wir öffnen nichts mit Gewalt, schalten keine Sicherheitstechnik ab und stören den Betrieb nicht.

Wie weit käme jemand auf euer Gelände?

30 Minuten Erstgespräch, kostenlos. Wir klären Standorte und Scope, danach bekommt ihr ein Festpreisangebot.