Energieversorger & Stadtwerke · EnWG § 11 & KRITIS

Netze, die nicht ausfallen dürfen,
brauchen mehr als eine Firewall

Als Netzbetreiber unterliegt ihr § 11 Abs. 1a EnWG: eine Zertifizierung nach dem IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur ist seit dem 31. Januar 2018 verpflichtend und wird alle drei Jahre erneut geprüft. Größere Anlagen fallen zusätzlich unter die KRITIS-Verordnung, dazu kommt NIS2. Wir testen dort, wo bei Stadtwerken der Alltag tatsächlich aussieht: OT und Fernwirktechnik neben klassischer IT, unbemannte Umspannwerke und Kundenportale mit hoher Reichweite.

IT-Sicherheitskatalog-taugliche Dokumentation Erfahrung mit OT/SCADA & Fernwirktechnik Kostenloses Erstgespräch
IT trifft OT
ITKlassische IT
  • Priorität: Vertraulichkeit der Daten
  • Patches lassen sich meist zeitnah einspielen
  • Standardprotokolle (TCP/IP, HTTPS)
OTOT/SCADA & Fernwirktechnik
  • Priorität: Verfügbarkeit der Versorgung
  • Patches oft über Jahre nicht einspielbar (Zertifizierung, Hersteller-Support)
  • Proprietäre und Legacy-Protokolle ohne eingebaute Sicherheit
§ 11 Abs. 1a EnWG

Der 3-Jahres-Zyklus des IT-Sicherheitskatalogs

Seit dem 31. Januar 2018 müssen Betreiber von Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetzen ihre IT-Sicherheit nach dem IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur zertifizieren lassen. § 11 Abs. 1b erfasst zusätzlich Betreiber von Energieanlagen nach den KRITIS-Regeln. Das ist kein einmaliger Nachweis, sondern eine wiederkehrende Pflicht zur erneuten Überprüfung.

Prüfrhythmus
Alle 3 Jahre

Der IT-Sicherheitskatalog verlangt ausdrücklich eine regelmäßige Re-Zertifizierung, kein „einmal erledigt“. Wer den Nachweis nicht aktuell halten kann, riskiert aufsichtsrechtliche Konsequenzen der Bundesnetzagentur.

* Größere Anlagen, etwa Kraftwerke ab 420 MW, fallen zusätzlich unter die KRITIS-Verordnung und damit unter § 8a BSIG sowie NIS2, mit eigenen, ergänzenden Nachweispflichten.

Angriffsfläche Energieversorgung

Angriffsfläche, zweispurig

Stadtwerke verbinden klassische IT mit Betriebstechnik, die physisch über ein ganzes Netzgebiet verteilt ist, oft an Standorten ohne durchgehende Personalpräsenz. Beide Spuren haben eigene Einstiegspunkte, und an drei Stellen liegen sie direkt nebeneinander.

ITVerwaltung & Kundenschnittstellen
OTNetzführung & Anlagen
Zugang

Fernwartungszugänge

VPN- und Herstellerzugänge verbinden das Büro-Netz mit der Leittechnik. Ohne Multi-Faktor-Authentifizierung und Segmentierung sind sie die Brücke von IT nach OT.

Umspannwerke & unbemannte Anlagen

Viele Umspannwerke und Nebenanlagen sind komplett unbemannt. Zutrittskontrolle und physische Absicherung entscheiden dort direkt über die Angriffsfläche.

Zentrale

Verwaltungs-IT

Büro-Netz, E-Mail, Abrechnung. Ein Angriff hier kann sich schnell auf den gesamten Betrieb ausweiten, nicht nur auf die Verwaltung.

Leitstellen & Rechenzentren

Zentrale Steuerung und Datenhaltung laufen hier zusammen, ein lohnendes Ziel mit oft nur minimaler Vor-Ort-Besetzung außerhalb der Kernarbeitszeit.

Fläche

Kundenportale

Portale für Vertragsdaten, Zählerstände und Abrechnung sind öffentlich erreichbar und damit ein direkter Einstiegspunkt von außen.

SCADA & Fernwirktechnik

Leitsysteme und Fernwirktechnik steuern die dezentrale Netzführung. Historisch gewachsene Protokolle und fehlende Segmentierung zur IT sind hier die typischen Schwachstellen.

IT vs. OT

Warum IT-Konzepte auf OT nicht reichen

Ein vollständiges Bild eurer Angriffsfläche entsteht erst, wenn IT- und OT-Sicherheit gemeinsam betrachtet werden. Beide folgen unterschiedlichen Prioritäten, und genau diese Lücke dazwischen wird in der Praxis am seltensten getestet.

IT vs. OT ITKlassische IT OTOT/SCADA & Fernwirktechnik
Priorität Vertraulichkeit der Daten Verfügbarkeit der Versorgung
Patches Patches lassen sich meist zeitnah einspielen Patches oft über Jahre nicht einspielbar (Zertifizierung, Hersteller-Support)
Protokolle Standardprotokolle (TCP/IP, HTTPS) Proprietäre und Legacy-Protokolle ohne eingebaute Sicherheit
Wartungsfenster Kurze Wartungsfenster möglich Wartung nur in eng geplanten Zeitfenstern, Stillstand ist keine Option
Chronik

Drei Vorfälle, drei Einstiegspunkte

Zwei Cyberangriffe, die über die Verwaltungs-IT den gesamten Betrieb zum Stillstand brachten, und ein physischer Anschlag auf Kabel. Die Angriffsfläche eines Versorgers endet nicht am Netzwerk.

24.09.2023

Stadtwerke Neumünster

Cyberangriff

Die Stadtwerke Neumünster haben laut Medienberichten vorsorglich sämtliche Systeme heruntergefahren, nachdem sie einen Cyberangriff festgestellt hatten.

2025

Stadtwerke Schwerte

Cyberangriff

Bei den Stadtwerken Schwerte wurden laut Medienberichten das interne Netz und das Kundenportal vom Netz genommen; die Daten sollen später im Darknet aufgetaucht sein.

01/2026

Kraftwerk Lichterfelde, Berlin

Physisch, kein Cyberangriff

Ein Brandanschlag auf Stromkabel nahe dem Kraftwerk Lichterfelde traf laut Berichten rund 50.000 Haushalte. Kein Cyberangriff, aber ein Beleg dafür, dass physische Absicherung neben der IT-Sicherheit wichtig bleibt.

Angaben nach öffentlicher Berichterstattung. accessgranted war an diesen Vorfällen nicht beteiligt.

Unser Vorgehen

Zwei Testspuren, ein Bericht

Versorgungssicherheit hat immer Vorrang. Bei OT- und Fernwirktechnik-Komponenten testen wir deshalb spürbar vorsichtiger als in reiner IT.

ITSpur IT
  1. 01

    Scoping & Reconnaissance

    Kundenportale, Verwaltungs-IT und Fernwartungszugänge kommen in den Scope. Wir sammeln Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen und scannen die Netze.

  2. 02

    Aktiver Test

    Wir testen manuell im vereinbarten Scope: Authentifizierung, Zugriffsrechte, Segmentierung zur OT und die Härtung eurer zentralen Systeme.

  3. 03

    Bewertung

    Jedes Finding bewerten wir nach Schweregrad, Ausnutzbarkeit und Auswirkung auf die Versorgungssicherheit.

OTSpur OT
  1. 01

    Scoping mit Rücksicht auf den Netzbetrieb

    Gemeinsam legen wir fest, welche OT- und Leitsysteme aktiv getestet und welche ausschließlich passiv analysiert werden.

  2. 02

    Passive Analyse, abgestimmte Fenster

    Protokolle und Netzverkehr analysieren wir passiv. Aktive Tests laufen nur in vorab vereinbarten Zeitfenstern außerhalb kritischer Betriebszeiten.

  3. 03

    Notfallkontakt & Sofort-Stopp

    Ein fester Notfallkontakt begleitet jeden Test. Bei jeder unerwarteten Auswirkung auf Netzbetrieb oder Versorgung stoppen wir sofort.

Ein Abschlussbericht mit Mapping auf den IT-Sicherheitskatalog

Vollständige Dokumentation mit Handlungsempfehlungen, eine Management-Summary für Geschäftsführung, IT-Leitung und Netzbetrieb und die Zuordnung jedes Findings zum IT-Sicherheitskatalog.

Relevante Module

Diese Tests bringen eure Netz-IT auf Stand der Technik

IT und OT lassen sich nicht mit einem einzigen Test abdecken. Für Netzbetreiber setzen wir deshalb auf diese Kombination.

Ergänzend relevant

KRITIS und NIS2 im Blick behalten

Größere Netzbetreiber und Anlagen ab KRITIS-Schwelle unterliegen zusätzlich dem BSI-Gesetz und NIS2, mit eigenen Nachweispflichten neben dem IT-Sicherheitskatalog. Unsere Compliance-Seiten zeigen, was das konkret bedeutet.

Häufige Fragen

Pentest für Energieversorger: eure Fragen

01

IT-Sicherheitskatalog & KRITIS

Der IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur schreibt keine bestimmte Testmethode namentlich vor, verlangt aber ein zertifiziertes Informationssicherheits-Managementsystem und den regelmäßigen Nachweis angemessener Schutzmaßnahmen. Ein Penetrationstest ist in der Praxis das gängige Instrument, um diesen Nachweis technisch zu untermauern und Schwachstellen vor der Zertifizierung zu finden.
Die Zertifizierung nach dem IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur läuft in einem wiederkehrenden Dreijahreszyklus. Verpflichtend ist das für Netzbetreiber seit dem 31. Januar 2018. Ein regelmäßiger Pentest vor jeder Re-Zertifizierung hilft, Lücken frühzeitig statt erst beim Audit zu finden.
Maßgeblich ist die BSI-Kritisverordnung mit sektorspezifischen Schwellenwerten, etwa ab bestimmten Erzeugungs- oder Versorgungskapazitäten (zum Beispiel Kraftwerke ab 420 MW). Ab dieser Schwelle gelten zusätzliche Nachweispflichten nach § 8a BSIG und NIS2. Unsicher, ob ihr die Schwelle erreicht? Wir klären das im kostenlosen Erstgespräch.
Nein. Der IT-Sicherheitskatalog verlangt eine wiederkehrende Re-Zertifizierung im Dreijahreszyklus, kein einmaliges Projekt. Wir empfehlen, den Pentest fest in euren Zertifizierungsrhythmus einzuplanen, statt ihn erst kurz vor dem nächsten Audit anzustoßen.
02

OT & Betrieb

OT-Systeme priorisieren Verfügbarkeit über Vertraulichkeit, laufen oft auf Legacy-Protokollen ohne eingebaute Sicherheitsmechanismen und vertragen keine aggressiven Scans. Wir testen daher deutlich vorsichtiger: meist mit passiver Analyse und eng abgestimmten aktiven Tests außerhalb kritischer Betriebszeiten, immer mit einem definierten Notfallkontakt.
Ja, im Rahmen unseres Physical-Pentest-Moduls. Wir prüfen Zutrittskontrolle, Zaun- und Torsicherung sowie, ob sich jemand glaubwürdig als Wartungstechniker ausgeben und unbemerkt Zugang verschaffen könnte. Wer auf eurer Seite eingeweiht ist und wer den Test im Zweifel abbricht, legen wir vorher gemeinsam fest.
Der Scope wird vor dem Test festgezurrt: Aktiv geprüft wird nur, was ihr ausdrücklich freigebt, alles andere analysieren wir passiv. Bei produktiven OT- und Leitsystemen gilt grundsätzlich: im Zweifel vorsichtiger testen oder auslassen. Ein Notfallkontakt auf eurer Seite und der sofortige Stopp bei unerwarteten Auswirkungen gehören bei Netzbetreibern immer dazu.
Das hängt stark vom Umfang ab: Anzahl der Standorte, ob OT/SCADA im Scope ist, ob Physical und Kundenportale eingeschlossen werden sollen. Steht der Scope nach dem kostenlosen Erstgespräch, bekommt ihr ein Festpreisangebot ohne offene Posten.