Red Teaming

Wie weit kommt ein Angreifer wirklich? Die wichtigere Frage als 'wo sind die Lücken'.

Modul-Pentests finden einzelne Schwachstellen. Red Teaming verkettet sie — Recon, Phishing, physischer Zutritt, Active Directory — bis zu einem konkreten Ziel: Domain Admin, Kundendatenbank, Produktionssteuerung. Verdeckt, zeitlich frei, gegen euer echtes Blue Team.

Ø aktive Angriffsdauer bis Zielerreichung 3–8 Tage Gesamtes Engagement inkl. Scoping & Bericht: 4–8 Wochen
CRTO- & CRTP-zertifiziertes Team Objective-based, kein Checklisten-Scan Verdeckt, meist nur C-Level informiert
Live-Simulation

Wie sieht ein Red-Team-Engagement in Echtzeit aus?

Diese Simulation zeigt einen typischen Ablauf — von der ersten Recherche bis zum erreichten Ziel. Reale Engagements laufen oft über Tage bis Wochen, nicht Minuten.

Engagement-Simulation LIVE
Time to Objective 00:00:00
🔎
Recon
✉️
Initial Access
🚪
Physical Foothold
🖥️
Internal Access
🔑
Privilege Escalation
🎯
Ziel erreicht

Vereinfachte Darstellung eines realistischen Angriffspfads. Tatsächliche Dauer, Reihenfolge und Vektoren hängen vom vereinbarten Scope ab.

Kein Marketing-Diagramm — ein echtes Berichtsbeispiel

Ladet euch einen anonymisierten Beispielbericht herunter und seht selbst, wie detailliert wir eine Angriffskette dokumentieren.

Beispiel-Report herunterladen
Der Unterschied

Warum reicht ein Modul-Pentest allein nicht?

Isoliert vs. verkettet

Ein Fund wirkt harmlos — eine Kette nicht

Ein exponierter Account, eine unbewachte Tür, eine Phishing-Mail: einzeln oft 'nur mittel'. Erst die Verkettung zeigt den echten Business Impact — genau den Pfad, den ein echter Angreifer auch wählen würde.

Angekündigt vs. verdeckt

Weiß eure Security-Abteilung überhaupt, wann getestet wird?

Modul-Pentests sind meist angekündigt. Red Teaming prüft zusätzlich, ob euer SOC oder Blue Team einen echten, unangekündigten Angriff überhaupt bemerkt — und wie schnell reagiert wird.

Breite vs. Tiefe

Alles ein bisschen testen, oder ein Ziel wirklich verfolgen?

Module prüfen systematisch die Breite eurer Angriffsfläche. Red Teaming verfolgt ein konkretes Ziel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln — genau wie ein realer, motivierter Angreifer.

Einordnung

Modul-Pentest oder Red Teaming — was passt zu euch?

Merkmal Modul-Pentest Red Teaming
Leitfrage Wo sind Schwachstellen? Wie weit kommt ein Angreifer?
Scope Einzelnes System / einzelner Vektor Ganzes Unternehmen, ein definiertes Ziel
Ankündigung Bekannt und geplant Verdeckt, meist nur C-Level informiert
Prüft Erkennung & Reaktion Nicht im Fokus Zentraler Bestandteil
Ideal für Compliance-Nachweis, jährlicher Turnus Sicherheitsreife über Compliance hinaus
Physischer Zugang Nur wenn separat gebucht Standardmäßig Teil der Angriffskette

Beides schließt sich nicht aus: die meisten unserer Red-Team-Kunden haben zuvor bereits Modul-Pentests bei uns oder anderen Anbietern durchgeführt und wollen jetzt wissen, ob ihre Erkennung im Ernstfall wirklich greift.

Angriffsfläche

Über welche Wege wir angreifen

Ein Red Team nimmt den Weg, der funktioniert, und selten den elegantesten. Deshalb planen wir jedes Engagement über mehrere Vektoren gleichzeitig und wechseln, sobald einer nicht weiterführt. Welche davon zum Einsatz kommen, legt der Scope fest.

Mensch Physisch Netz & Active Directory Identität & Cloud Ziel
Vier Wege, ein Ziel
  1. Mensch

    Phishing, Vishing, Pretexting

    Gezielte Mails an einzelne Abteilungen, Anrufe im Namen des IT-Supports, präparierte USB-Sticks oder ein QR-Code am Schwarzen Brett. In den meisten Engagements der schnellste Weg zum ersten Zugang.

    Prüft: Awareness, Meldeverhalten, MFA-Umsetzung
  2. Physisch

    Tailgating, Lockpicking, RFID-Cloning

    Wir kommen am Nebeneingang mit hinein, kopieren eine Zutrittskarte im Vorbeigehen oder lassen im Besprechungsraum ein Gerät zurück, das sich nach außen verbindet. Wie das im Detail abläuft, steht auf der Seite zum Physical Pentest.

    Prüft: Zutrittskontrolle, Empfang, Umgang der Belegschaft mit Fremden Zum Physical Pentest
  3. Netz & Active Directory

    Exponierte Dienste, Service-Accounts, Lateral Movement

    Vergessene VPN-Portale, schwache Passwörter auf Service-Accounts, zu weit gefasste Gruppenrechte. Im internen Netz führt der Weg zum Ziel fast immer über Active Directory.

    Prüft: Härtung, Segmentierung, Tiering im AD Zum Active-Directory-Pentest
  4. Identität & Cloud

    Microsoft 365, Entra ID, Token-Diebstahl

    Ein erbeutetes Passwort ist heute meist ein Cloud-Login. Wir prüfen Conditional-Access-Regeln, MFA-Ausnahmen, Legacy-Protokolle und was ein kompromittiertes Postfach an weiteren Türen öffnet.

    Prüft: Conditional Access, MFA-Lücken, Logging in der Cloud
Ablauf

Wie läuft ein Red-Team-Engagement ab?

Access Granted Logo
Red Teaming
🖊️

Scoping & Rules of Engagement

Ziel, Grenzen, autorisierte Kontakte und Eskalationswege werden gemeinsam definiert — inklusive Letter of Authorization.

Reconnaissance

OSINT, Footprinting und Planung realistischer Angriffspfade — passiv, ohne Spuren zu hinterlassen.

🔍

Initial Access & Foothold

Über Phishing, Vishing oder physischen Zutritt verschaffen wir uns einen ersten, dauerhaften Zugriff.

⚔️
🎯

Lateral Movement bis zum vereinbarten Ziel — mit lückenlosem, protokolliertem Nachweis jedes Schritts.

Ziel & Nachweis

Bericht & Risikobewertung

Vollständige Rekonstruktion der Angriffskette, Business-Impact-Bewertung und priorisierte Maßnahmen.

📘

Debrief & Purple-Team-Session

Gemeinsame Nachbesprechung mit eurem Blue Team — was wurde erkannt, was nicht, und warum.

🤝

Engagement-Schritte

🖊️
Scoping & RoE
Ziel und Grenzen definieren.
🔍
Recon
Passive Aufklärung.
⚔️
Initial Access
Erster Zugriff, verdeckt.
🎯
Ziel & Nachweis
Lateral Movement bis zum Ziel.
📘
Bericht
Angriffskette & Maßnahmen.
🤝
Debrief
Gemeinsame Auswertung mit Blue Team.

Ziel ist nicht das bloße 'Reinkommen' — sondern der Nachweis, ob euer Unternehmen einen echten Angriff erkennt und stoppt.

Formate

Nicht jedes Red Teaming muss verdeckt von außen starten

Der klassische Ansatz beginnt ohne Vorwissen von außen. Er ist der realistischste, aber auch der aufwendigste. Je nach Reifegrad und Budget gibt es drei weitere Varianten, die wir regelmäßig durchführen.

Der Standard

Full-Scope Red Team

Von der Recherche im Internet bis zum Ziel, ohne Vorwissen und ohne Ankündigung. Misst das Gesamtsystem inklusive Erkennung und Reaktion.

Für wen

Unternehmen mit eigenem SOC oder MDR-Dienstleister, die wissen wollen, ob dieser im Ernstfall greift.

Der schnelle Einstieg

Assumed Breach

Wir starten mit dem, was ein Angreifer nach erfolgreichem Phishing hätte: ein normaler Mitarbeiter-Account und ein Notebook im Netz. Das spart die Phase des Erstzugriffs und konzentriert das Budget auf den Weg zum Ziel.

Für wen

Der erste Test der internen Erkennung, oder wenn Phishing bereits separat geprüft wurde.

Gemeinsam statt verdeckt

Purple Team

Angriff und Verteidigung sitzen im selben Raum. Wir führen Technik für Technik aus, euer Team prüft live, ob und wo Alarme auslösen, und die Detection wird direkt nachgeschärft.

Für wen

Teams, die ein SIEM aufbauen oder nach einem Red Team die gefundenen Lücken systematisch schließen wollen.

Regulatorisch

TIBER-EU-orientiertes Red Teaming

Für Finanzunternehmen, die auf ein TLPT nach DORA zusteuern: Red Teaming entlang der TIBER-EU-Phasen mit Threat-Intelligence-Vorlauf, Control Team auf eurer Seite und entsprechender Dokumentation. So sind Abläufe und Rollen vor dem Pflichttest einmal durchgespielt.

Zur DORA-Seite
Für wen

Banken, Versicherer und Zahlungsdienstleister, die die Aufsicht für ein TLPT ausgewählt hat oder die damit rechnen.

Rules of Engagement

Was wir dürfen, was nicht, und wer den Stecker ziehen kann

Ein Red Team arbeitet mit den Methoden echter Angreifer, aber nicht mit deren Freiheiten. Bevor die erste Mail rausgeht, steht ein Regelwerk, das beide Seiten unterschreiben. Diese Punkte sind in jedem unserer Engagements enthalten:

  1. Letter of Authorization

    Benennt Auftraggeber, Scope, Zeitraum und die autorisierten Operator. Bei jedem physischen Einsatz tragen unsere Leute ihn bei sich, zusammen mit einer Rufnummer, unter der ein Ansprechpartner den Auftrag bestätigen kann.

  2. White Cell

    Ein bis zwei eingeweihte Personen auf eurer Seite, erreichbar während des gesamten Engagements. Sie wissen, was wir tun, können eskalieren und im Zweifel entscheiden, ob ein Alarm echt oder unserer ist.

  3. Abbruchkriterien

    Beide Seiten können jederzeit stoppen. Wir unterbrechen von selbst, sobald wir auf Spuren eines echten Angreifers stoßen, einen produktiven Prozess gefährden würden oder Personen zu Schaden kommen könnten.

  4. Keine destruktiven Aktionen

    Kein Löschen, kein Verschlüsseln, kein Denial of Service, keine Änderung an Produktionsdaten. Wo ein echter Angreifer Ransomware ausrollen würde, legen wir eine Markerdatei ab und dokumentieren den Zugriff.

  5. Umgang mit Daten

    Wir kopieren keine echten Kunden- oder Personaldaten heraus. Den Zugriff belegen wir über Screenshots, Hashwerte oder vorab platzierte Testdatensätze. Erbeutete Zugangsdaten werden verschlüsselt gespeichert und nach Projektende gelöscht.

  6. Tabuzonen

    Private Geräte und Privatanschlüsse von Mitarbeitenden, Systeme von Dritten außerhalb des Scopes und sicherheitsrelevante OT-Steuerungen sind ausgeschlossen, sofern ihr sie nicht ausdrücklich freigebt.

  7. Protokoll

    Jede Aktion wird mit Zeitstempel, Quelle und Ziel festgehalten. So kann euer SOC im Nachhinein jeden Alarm einem Schritt zuordnen und unsere Aktivitäten von echten unterscheiden.

  8. Deconfliction

    Meldet euer SOC während des Engagements einen Vorfall, klärt die White Cell mit uns innerhalb von Minuten, ob er von uns stammt. Ist das nicht der Fall, pausieren wir und ihr behandelt ihn als echten Incident.

Die andere Seite

Was euer Blue Team am Ende in der Hand hat

Die Live-Simulation oben zeigt den Angriff aus unserer Sicht. Für euch zählt die spiegelbildliche Frage: Was davon hat eure Erkennung gesehen, und wann? Deshalb stellen wir im Bericht jede Angriffsphase dem gegenüber, was im SOC angekommen ist.

Phase Unsere Aktion Was das SOC sah Bewertung
Recon OSINT, passive Aufklärung, Portscan von außen Nichts. Bei passiver Aufklärung ist das erwartbar. Neutral
Initial Access Phishing an sechs Mitarbeitende, zwei Zugangsdaten erfasst Eine Person meldete die Mail nach 40 Minuten. Das Ticket blieb ohne Folgeaktion. Erkannt, keine Reaktion
Physical Foothold Tailgating, Rogue Device im Besprechungsraum Nichts. Das Gerät lief bis zum Debrief. Nicht erkannt
Internal Access Netzscan, Kerberoasting SIEM-Alarm zu ungewöhnlichen Kerberos-Anfragen, als False Positive geschlossen Erkannt, falsch bewertet
Privilege Escalation Lateral Movement auf drei Server EDR blockierte ein Tool. Der Operator wechselte die Methode, kein Alarm mehr. Teilweise erkannt
Ziel Domain Admin, Markerdatei abgelegt Erst im Debrief Nicht erkannt

Vereinfachtes, anonymisiertes Beispiel, angelehnt an typische Ergebnisse. Aus dieser Gegenüberstellung entstehen die eigentlichen Maßnahmen. Neben dem Patch stehen dann Punkte wie „Alarm X ernst nehmen“ oder „Besucherprozess anpassen“ auf der Liste.

Time to Detect
Zeit zwischen unserer Aktion und dem ersten Alarm, pro Phase gemessen.
Time to Respond
Zeit vom Alarm bis zu einer Gegenmaßnahme, die uns tatsächlich behindert hat.
Erkennungsquote
Welche der eingesetzten Techniken einen Alarm erzeugt haben, und welche stumm blieben.
Ergebnis

Was im Abschlussbericht steht

Der Bericht ist für zwei Leser geschrieben: die Geschäftsführung, die in zehn Minuten wissen will, wie es steht, und das Security-Team, das jeden Schritt nachvollziehen und nachstellen muss.

Anonymisierten Beispielbericht ansehen
  1. 1

    Management Summary

    Zwei Seiten: Ziel erreicht oder nicht, auf welchem Weg, was es im Ernstfall bedeutet hätte, die drei wichtigsten Maßnahmen.

  2. 2

    Angriffsnarrativ

    Der komplette Weg chronologisch, mit Uhrzeiten, Screenshots und den Entscheidungen, die wir unterwegs getroffen haben. Die Sackgassen stehen auch drin.

  3. 3

    Erkennungs-Timeline

    Jede Phase gegen die Alarme, Tickets und Reaktionen eures SOC gestellt, wie in der Scorecard oben.

  4. 4

    Findings mit Kettenbezug

    Jede Schwachstelle mit CVSS-Einstufung, aber zusätzlich mit der Frage: Hätte ihre Behebung die Kette an dieser Stelle unterbrochen? Das ordnet die Prioritäten oft anders als der Score allein.

  5. 5

    MITRE-ATT&CK-Zuordnung

    Alle eingesetzten Techniken mit ATT&CK-ID, damit euer Team Detection-Regeln gezielt nachziehen und mit Threat Intelligence abgleichen kann.

  6. 6

    Maßnahmenplan

    Sortiert nach Aufwand und Wirkung, getrennt in Sofortmaßnahmen, organisatorische Änderungen und längerfristige Projekte.

  7. 7

    Anhang: Indicators of Compromise

    IPs, Domains, Hashes und Hostnamen unserer Infrastruktur, damit ihr eure Logs nachträglich durchsuchen und unsere Spuren von fremden trennen könnt.

Warum Access Granted

Echte Red-Team-Erfahrung, keine aufgesetzte Zusatzleistung

Physical-to-Cyber aus einer Hand

Die meisten Red-Team-Anbieter bleiben rein digital — Phishing und Netzwerk. Mit über 100 durchgeführten Physical Pentests bringen wir echten physischen Zugang als vollwertigen Teil der Angriffskette ein: vom Tailgating bis zum Rogue Device im Serverraum.

CRTO- & CRTP-zertifiziert

Objective-based Red Teaming und Active-Directory-Angriffsketten sind eigene Disziplinen mit eigenen Zertifizierungen — nicht einfach 'mehr Pentest'.

Ermittler-Perspektive

Unser Gründer kommt aus der Cybercrime-Ermittlung bei der Kripo — Angreiferpsychologie und Täterprofiling fließen direkt in die Angriffsplanung ein.

Faires Debriefing

Ziel ist niemals, euer Team oder SOC vorzuführen. Die gemeinsame Nachbesprechung macht Schwachstellen sichtbar, ohne Schuldzuweisung.

Engagement besprechen
RED TEAM BLUE TEAM

40

+

durchgeführte Red-Team-Engagements

3

getestete Vektoren pro Engagement (Mensch, Physisch, Technik)

78

%

Engagements mit unentdecktem Zugriff zum Ziel

100

+

durchgeführte Physical Tests als Fundament der Angriffskette

Einordnung

Wo Red Teaming in Regulierung und Normen auftaucht

Red Teaming ist nirgends für alle vorgeschrieben. An mehreren Stellen ist es aber der Weg, die geforderte Wirksamkeitsprüfung tatsächlich zu belegen.

DORA

Art. 26 verpflichtet von der Aufsicht bestimmte Finanzunternehmen alle drei Jahre zu einem Threat-Led Penetration Test nach TIBER-EU. Für alle anderen gilt Art. 25 mit regelmäßigen Tests, für die Red Teaming die anspruchsvollste Form ist.

Zur DORA-Seite

NIS2

Art. 21 verlangt Konzepte und Verfahren zur Bewertung der Wirksamkeit der Risikomanagementmaßnahmen. Ein Red Team liefert genau diese Bewertung, inklusive des Faktors Mensch und der Erkennung.

Zur NIS2-Seite

ISO 27001

Kapitel 9 der Norm fordert, die Informationssicherheit zu überwachen, zu messen und zu bewerten. Ein Red-Team-Bericht ist im Audit ein belastbarer Nachweis, dass die Wirksamkeit unabhängig geprüft wurde.

Zur ISO-27001-Seite

KRITIS / BSIG

Betreiber kritischer Anlagen weisen alle zwei Jahre nach, dass ihre Maßnahmen dem Stand der Technik entsprechen. Red Teaming ersetzt diese Prüfung nicht, ergänzt sie aber um die Angreifersicht auf das Gesamtsystem.

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FAQ

Red Teaming — eure Fragen

Das entscheidet ihr. Standard ist, dass nur ein sehr kleiner Kreis (meist C-Level und ein 'weißer' Kontakt) informiert ist — genau das macht den Test aussagekräftig für eure Erkennung und Reaktion. Auf Wunsch sind auch teilweise angekündigte Varianten möglich.

Entdeckung ist selbst ein Messwert, kein Abbruchgrund für den Test. Wir eskalieren kontrolliert nach vorher definierten Regeln und werten die Erkennung als eigenständiges Ergebnis im Bericht.

Ein Pentest prüft systematisch die Breite eines definierten Systems oder Vektors. Red Teaming verfolgt ein konkretes Ziel mit allen realistisch verfügbaren Mitteln — Technik, Mensch und physischer Zugang kombiniert — und prüft zusätzlich Erkennung und Reaktion.

Modul-Pentests sind die Grundlage — sie zeigen einzelne Lücken. Red Teaming ist der logische nächste Schritt für Unternehmen, die bereits ein gewisses Sicherheitsniveau erreicht haben und wissen wollen, ob es im Ernstfall wirklich trägt.

Physischer Zugang ist bei uns kein Add-on, sondern fester Bestandteil der Angriffskette, wenn er zum Scope passt. Mit über 100 durchgeführten Physical Pentests bringen wir spezialisierte Erfahrung ein — von Tailgating und Lockpicking bis zu RFID-Cloning und Rogue Devices. Viele Red-Team-Anbieter bleiben rein digital; genau diese Lücke schließen wir.

Das Risiko ist deutlich kleiner als bei einem breiten Schwachstellenscan, weil wir gezielt und leise vorgehen. Destruktive Aktionen sind ausgeschlossen, produktionsnahe Systeme werden im Scoping gesondert behandelt, und die White Cell kann jederzeit stoppen.

Beim Assumed Breach starten wir bereits im Netz, mit den Rechten eines normalen Mitarbeiters. Das spart die Phase des Erstzugriffs, die oft die zeitaufwendigste ist, und richtet das Budget auf die Frage, wie weit ein Angreifer nach einem erfolgreichen Phishing käme. Sinnvoll als erster Test der internen Erkennung oder wenn Phishing bereits separat geprüft wurde.

Eine gemeinsame Nachbesprechung mit eurem internen Security-Team: Wir gehen die Angriffskette Schritt für Schritt durch, zeigen, was erkannt wurde und was nicht, und erarbeiten gemeinsam konkrete Detection- und Response-Verbesserungen.

Gemeinsam im Scoping: meist ein konkretes 'Crown Jewel' — Domain Admin, eine bestimmte Datenbank, Zugriff auf eine Produktionssteuerung. Das Ziel orientiert sich an eurem realen Bedrohungsmodell, nicht an einer generischen Vorlage.

Vor jedem Engagement erstellen wir ein Letter of Authorization mit klar definiertem Scope, autorisierten Personen und Notfallkontakten. Unsere Operator führen dieses Dokument während des gesamten Engagements mit sich.

Sobald grundlegende Sicherheitsmaßnahmen und idealerweise erste Modul-Pentests bereits umgesetzt sind. Red Teaming testet die Wirksamkeit eures Gesamtsystems — das ergibt erst Sinn, wenn es überhaupt etwas zu erkennen und zu stoppen gibt.

Zugangsdaten werden verschlüsselt gespeichert, nur für das Engagement genutzt und nach Abschluss nachweislich gelöscht. Echte Kunden- oder Personaldaten kopieren wir nicht heraus. Den Zugriff belegen wir mit Screenshots, Hashwerten oder vorab abgelegten Testdaten.

Ein TLPT ist ein Red Teaming mit festem regulatorischem Rahmen: vorgeschriebene Threat-Intelligence-Phase, Control Team auf Seiten des Instituts, Einbindung der Aufsicht und Dokumentation nach TIBER-EU. Verpflichtend ist es nur für Finanzunternehmen, die die Aufsicht dafür auswählt. Für alle anderen ist ein Red Teaming ohne diesen Überbau die passende Form.

Begriffe

Kurz erklärt

Die Begriffe aus der Simulation und dem Bericht, ohne Fachchinesisch.

OSINT
Open Source Intelligence: alles, was sich über euch aus öffentlichen Quellen zusammentragen lässt. Webseite, Stellenanzeigen, LinkedIn-Profile, Fotos vom Firmenausweis auf Instagram.
Initial Access
Der erste Zugriff auf ein System oder Konto im Unternehmen, meist über Phishing, ein exponiertes Portal oder physischen Zutritt.
Foothold
Ein dauerhafter Zugang, der auch nach einem Neustart oder Passwortwechsel bestehen bleibt. Von hier aus wird weitergearbeitet.
C2 (Command & Control)
Die Verbindung zwischen einem kompromittierten Rechner und der Infrastruktur des Angreifers, über die Befehle laufen. Getarnt als normaler Web-Traffic.
Lateral Movement
Das Weiterhangeln von einem System zum nächsten, mit jedem Schritt näher am Ziel.
Kerberoasting
Ein Angriff auf Active Directory, bei dem Service-Tickets angefordert und offline geknackt werden. Funktioniert, wenn Service-Accounts schwache Passwörter haben.
Rogue Device
Ein kleiner Rechner, den wir im Gebäude an das Netz hängen und der uns von außen einen Zugang öffnet.
Tailgating
Mit einer berechtigten Person durch eine Tür gehen, ohne selbst eine Karte zu haben. Funktioniert erschreckend oft mit Kaffeebecher und Handy in der Hand.
White Cell
Die wenigen Eingeweihten auf Kundenseite, die vom Engagement wissen und als Ansprechpartner und Notbremse dienen.
TTPs
Tactics, Techniques and Procedures: die Vorgehensweisen eines Angreifers, standardisiert beschrieben im MITRE-ATT&CK-Framework.
Crown Jewels
Die Systeme oder Daten, deren Verlust dem Unternehmen am meisten schadet. Sie sind das Ziel des Engagements.
Purple Team
Rot und Blau zusammen: Angreifer und Verteidiger arbeiten offen zusammen, um Erkennung und Reaktion gezielt zu verbessern.