Die Anlage läuft weiter, auch während wir sie testen

OT- und ICS-Pentest für SPS, SCADA, Feldbusse und Netzsegmente. Wir gehen vor wie echte Angreifer, aber in einem Rahmen, den euer Betriebsteam vorher freigibt.

  • IEC 62443, KRITIS, NIS2
  • Passiv, semi-aktiv oder im Labor
  • Verfügbarkeit geht vor Vertraulichkeit

Vier Zonen, vier Prüfungen

Was dort steht Was wir dort prüfen
Büro-IT

Arbeitsplätze, Jump-Server, Fernwartungszugänge.

VPN, Fernwartungszugänge, Jump-Server und DMZ-Architekturen auf Fehlkonfigurationen.

IT/OT-Übergang

Die Brücke aus dem Büronetz in die Produktion. Wir prüfen Zonierung, DMZ-Konfiguration, Firewall-Regeln und unerlaubte Crossover-Verbindungen.

Leitebene

SCADA, HMI-Bedienstationen, OPC-Server, Historian.

Webinterfaces, OPC-Server, Historian-Datenbanken und Fernzugänge auf bekannte Schwachstellen prüfen.

Steuerebene

SPS und RTU von Siemens, Rockwell, Schneider, ABB.

Authentifizierung, Firmware, Programmierports und unerlaubte Kommandos an der Steuerung selbst.

Feldebene

Modbus, DNP3, IEC 60870, Profinet, Profibus, OPC UA.

Sniffing, Replay und Manipulation unter kontrollierten Bedingungen, dazu Analyse der Firmware.

Wie wir testen, ohne die Produktion anzuhalten

Passiv

Reiner Read-Only-Scan des Verkehrs, kein Paket an eine Steuerung.

Semi-aktiv

Scans mit sehr niedrigen Intervallen, nur in Zeitfenstern, die euer Betriebsteam vorher freigibt.

Paralleltestumgebung

Identische Hardware in eurer Testanlage oder in unserem OT-Labor.

Ein Produktionsstopp durch einen misslungenen Test richtet mehr Schaden an als der Angriff, den er finden soll. Jeder Schritt wird vorher mit eurer Leitwarte abgestimmt, und kritische Funde gehen sofort raus, nicht erst mit dem Bericht.

Nachweise, die ihr bekommt

Der Bericht ist auf IEC 62443, das ICS-Profil des BSI IT-Grundschutz, die KRITIS-Pflichten nach Paragraf 8a BSIG, NIS2 und ISO 27001 ausgerichtet.

Wir liefern den Test und den technischen Nachweis. Registrierung, Zertifizierung und die rechtliche Einstufung bleiben bei euch.

Warum OT nicht wie IT zu testen ist

  • Systeme laufen 15 bis 30 Jahre

    Patches sind selten, bekannte CVEs bleiben offen und aktiv im Umlauf.

  • Protokolle ohne Sicherheit

    Modbus, DNP3 und Profibus wurden nie dafür entworfen. Keine Verschlüsselung, keine Authentifizierung.

  • Steuerungen ohne Anmeldung

    Viele SPS und RTU verlangen keine Authentifizierung und sind direkt im Netz erreichbar.

  • Ransomware trifft die Fertigung

    Colonial Pipeline und Norsk Hydro haben gezeigt, was ein Stillstand in der Produktion kostet.

Angriffe, die wir im abgestimmten Rahmen nachstellen

Mitlesen am HMI

Ohne VPN und ohne Zertifikatsprüfung stellt man sich zwischen Bedienstation und SPS, liest den Klartext-Verkehr mit und schiebt eigene Steuerbefehle ein. Der Bediener sieht dasselbe Bild wie vorher.

Replay auf die SPS

Ein legitimer Ventilbefehl wird aufgezeichnet und zu einem ungünstigen Zeitpunkt erneut gesendet. Die SPS nimmt ihn an, weil keine Sequenznummer geprüft wird.

Last auf der Steuerverbindung

Port 502 wird mit Modbus-Anfragen geflutet. SPSen haben keinen Schutz dagegen, die Verbindung bricht ab und die Leitwarte verliert den Zugriff.

Fremdes Gerät im OT-Netz

Ohne 802.1X genügt ein untergeschobenes Gerät mit der MAC-Adresse der SPS, um Befehle an Ventile und Pumpen zu senden.

Funk als Nebeneingang

WLAN in der Produktion, Bluetooth-Sensoren und LoRaWAN gehören mit in den Scope, ebenso Access Points, die jemand ohne Abstimmung ins Netz gehängt hat.

Die Normen im Einzelnen

KRITIS

Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen nach Paragraf 8a BSIG angemessene OT-Sicherheitsmaßnahmen nachweisen.

NIS2

Die EU-Richtlinie erweitert den Kreis betroffener Unternehmen deutlich und schreibt technische OT-Sicherheitsprüfungen vor.

IEC 62443

Internationale Normenreihe für OT- und ICS-Sicherheit, der De-facto-Standard für SCADA und industrielle Steuerungssysteme.

ISO 27001

Annex A stellt Anforderungen an die physische und netzwerktechnische Segmentierung industrieller Systeme.

BSI IT-Grundschutz

Das ICS-Profil liefert konkrete Maßnahmen für Betreiber industrieller Steuerungsanlagen in Deutschland.

CER-Richtlinie

Erweitert NIS2 um die physische Resilienz kritischer Einrichtungen, inklusive OT-Schutz entlang der Wertschöpfungskette.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein OT-Pentest?

Je nach Umfang drei bis zehn Tage. Typisch sind ein bis zwei Tage passive Reconnaissance, zwei bis vier Tage aktive Tests und ein bis zwei Tage Reporting. Für große KRITIS-Infrastrukturen planen wir gestaffelt über mehrere Wartungsfenster.

Was passiert, wenn ihr etwas Kritisches findet?

Kritische Befunde gehen noch während des Tests an euer Sicherheits- und Betriebsteam, mit sofortiger Risikobewertung und einem Workaround. Der Abschlussbericht enthält dann die vollständige Remediation-Roadmap, priorisiert nach Business Impact.

Welche Hersteller und Protokolle deckt ihr ab?

Siemens S7 mit S7comm und S7comm-Plus, Rockwell und Allen-Bradley mit EtherNet/IP und CIP, Schneider Electric, ABB, Beckhoff und weitere. Protokollseitig Modbus TCP und RTU, DNP3, IEC 60870-5-101 und -104, Profinet, Profibus, OPC UA, OPC Classic und BACnet.

Lässt sich das mit einem IT- oder Physical-Pentest verbinden?

Ja, und das ergibt das realistischste Bild. Ein Full-Chain-Szenario beginnt beim physischen Zutritt, geht über die laterale Bewegung im IT-Netz und den Pivot ins OT-Netz bis zur Manipulation der Anlage.

Erst reden, dann testen

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Anlagen, Zeitfenster und die erlaubte Testtiefe. Danach bekommt ihr ein schriftliches Angebot.